Was ist das histocamp?

Abgelesene Vorträge, gelangweiltes Publikum, steife Etikette: Konferenzen und Vorträge zu historischen Themen sind zuweilen eine Qual für alle Beteiligten. Das histocamp bietet das Gegenmittel – Deutschlands erstes Barcamp für alle, die Geschichte begeistert. Wir versammeln an zwei Tagen hunderte Menschen über Generationen, Disziplinen und Berufe hinweg an einem Ort. Damit schaffen wir eine einzigartige Gelegenheit, sich in entspannter wie professioneller Atmosphäre mit historischen Themen zu beschäftigen.

Wie es funktioniert

Das Format eines Barcamps ist für Neulinge etwas ungewohnt, aber das muss kein Hindernis sein! Das Besondere am histocamp ist die freundliche und offene Atmosphäre des Formats. Jede*r ist willkommen, das zeigt sich schon bei der Eröffnung: Grundsätzlich duzen sich alle Teilnehmenden. Das histocamp beginnt mit einer kleinen Einführung und einer schnellen Vorstellungsrunde – bei 200 Personen eine Herausforderung! Da das histocamp bewusst ohne Hierarchien und Titel lebt, stellen sich alle Anwesenden nur mit ihrem Namen und drei Hashtags vor, die sie ihrer Meinung nach am besten beschreiben (z.B. #Zeitgeschichte, #Archiv, #neuhier). Danach geht es direkt in die sogenannte Sessionplanung. Alle Anwesenden haben die Möglichkeit, Themen-Vorschläge für von uns im Voraus festgelegte Zeitfenster zur Abstimmung zu stellen. Nicht nur thematisch, auch was das Format betrifft, gibt es keine Grenzen. Ob Vortrag, Hands-on-Workshop oder Diskussionsrunde – je unterschiedlicher die Ideen sind, desto besser. Am Ende wird über die Vorschläge gemeinsam abgestimmt, der Tagungsplan erstellt und schon kann es losgehen.

Was uns von klassischen Tagungen unterscheidet

Eingeschränkte Themen, langwierige Bewerbungen, im Vorfeld eingereichte Vortragsmanuskripte: Das sind Kennzeichen etablierter Formate, die in ihrer Eigenlogik funktionieren, jedoch viele Akteur*innen der Geschichtswissenschaften abschrecken, den (auch fachlichen) Austausch behindern und Flexibilität erschweren. Das histocamp bietet einen radikalen Gegenentwurf an, um diese Probleme lösen. Bei uns treffen Geschichtsbegeisterte auf Augenhöhe in einer angenehmen Atmosphäre zusammen. Jede*r mit einem Interesse für Geschichte ist explizit eingeladen und dazu aufgerufen, sich aktiv zu beteiligen. Bei uns gibt es keine vorher festgelegten Themen. Diskussionen finden nicht nur in der Kaffeepause statt, sondern vor allem in den Sessions selbst und in den diese begleitenden Posts sozialen Netzwerken.

Wie alles begann

2015 trafen sich einige digitalaffine Historiker*innen auf dem stArtCamp in München. Aus einem Austausch bei Twitter entstand die Idee, ein Barcamp für Historiker*innen zu initiieren. Auf der re:publica 2015 setzten sich einige von ihnen erneut zusammen und waren sich einig: Es braucht neue Ideen für den aktiven und öffentlichen Austausch über Geschichte in der Breite. So wurde der Verein Open History e.V. gegründet, um das histocamp zu organisieren und das in anderen Bereichen vielerprobte Barcamp-Format auf historische Fragestellungen münzen zu können.

Noch im gleichen Jahr fand das erste histocamp bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn statt. Die Veranstaltung war mit über 100 Teilnehmenden aus dem Bereich der Wissenschaft, Museen, NGOs, Stiftungen und Unternehmen ein voller Erfolg. Es folgten zwei weitere histocamps: 2016 im Mainzer Rathaus und 2017 bei der Schader-Stiftung in Darmstadt. Im Jahr 2018 brachten wir unsere Idee neuen Interessierten bei einem „Schnupper-histocamp“ auf dem Historiker*innen-Tag in Münster näher.

Was beim histocamp möglich ist

Die Teilnehmer*innen haben sich in den letzten Jahren mit verschiedenensten Themen beschäftigt. Wir hatten Sessions, die sich mit Schreibberatung beschäftigten, die Digitalisierung in Museen zum Thema machten oder einen Einblick in die Social-Media-Redaktion von ZDFinfo gaben. 2016 diskutierten die Teilnehmer*innen über den „Geschichtsunterricht im Jahr 2030“ oder den „Reiz des Originals“. Platz war auch für Alltagsthemen: Unter #histobaby sprachen wir über Wissenschaft und Familienplanung, unter #bezahlteGeschichte tauschten sich freiberufliche Historiker*innen aus. 

Das histocamp ist nicht nur divers, was die Hintergründe der Teilnehmer*innen belangt, sondern auch, was die Themen der Sessions betrifft. Es steht und fällt mit der aktiven Beteiligung aller Teilnehmer*innen. Den sozialen Netzwerken kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Das Barcamp ist immer nur ein Auftakt für eine weitere Vernetzung, das Format lebt von einer regen Beteiligung auf verschiedenen Kanälen. Auch für den Austausch unter den Sessions während des histocamps und mit allen digitalaffinen Geschichtsinteressierten außerhalb wird auf diese Kanäle zurückgegriffen – insbesondere auf Twitter.

Auf dem Laufenden bleiben

Für eure Ideen und Fragen sind wir jederzeit unter info@histocamp.de zu erreichen. Alle Neuigkeiten zum histocamp erfahrt ihr, wenn ihr den Newsletter unseres Vereins abonniert oder unseren Konten in den sozialen Netzwerken folgt.