Warum ich beim histocamp mitmache (2): Vera Wiedemann

„Man wird nicht als langweilige Historikerin geboren, man wird zu einer gemacht!“ – das war der Slogan einer Postkarte, die mich letztes Jahr das erste Mal auf das histocamp aufmerksam machte. 

Das war zu einem Zeitpunkt, als ich mal wieder am Fließband der Hausarbeiten und Referate saß und ziemlich genervt war von den universitären Abläufen und Anforderungen, die zu diesem Zeitpunkt einen Großteil meiner Beschäftigung mit Geschichte ausmachten. Das reichte mir nicht und irgendwie langweilte es mich auch. Das abgewandelte Simone-de-Beauvoir-Zitat konnte also nicht passender sein!

Vera Wiedemann

Ein BarCamp für Geschichte? Ich muss gestehen, dass ich mir darunter erstmal nicht besonders viel vorstellen konnte, aber es versprach auf jeden Fall einen Ausbruch aus dem akademischen Alltag und Elfenbeinturm. Die Vorstellung, zwei Tage lang mit zahlreichen Menschen zu verbringen, die die gleiche Leidenschaft für das Fach und die Auseinandersetzung mit der Historie teilen, tat ihr Übriges: Mein Interesse war geweckt!

Während der Anreise nach Mainz hatte ich noch ein wenig Sorge, als Neuling in der bereits bestehenden Community der histocamper*innen nicht mithalten zu können, deshalb bot ich erstmal keine eigene Session an, sondern ließ mich einfach treiben. Bereits nach der ersten Session über Schreibmethoden für Historiker*innen hatten sich meine Bedenken in Luft augelöst: Hier kamen die unterschiedlichsten Leute zusammen – etwa Studierende und Professor*innen und, Praktiker*innen und Theoretiker*innen, Hobby- und Berufshistoriker*innen – und alle begegneten sich auf der gleichen Ebene. Da waren keine Berührungsängste nötig, genau dieser kreative Austausch, den ich in der Uni so oft vermisste, war hier gewünscht; neue (verrückte) Ideen willkommen. Das mir so oft begegnete „Das geht nicht“ oder „In der Form machen wir das hier nicht“ war vom histocamp fortgetrieben. Nach zwei Tagen voller spannender Diskussionen und Begegnungen konnte ich mir auf dem Heimweg das Grinsen nicht vom Gesicht streichen. Ich dachte die ganze Zeit: Hier warst du genau richtig und genau so etwas willst du machen, genau so mit Geschichte arbeiten!

Als dann kurze Zeit danach eine E-Mail von Open History e.V. in meinem Posteingang eintraf und nach Leuten gesucht wurde, die den Verein und das nächste histocamp tatkräftig unterstützen, mussten sie nicht lange auf meine Antwort warten. Ich entschied mich für eine Mitarbeit in der PR- und Öffentlichkeitsarbeit des histocamps 2017. Erst jetzt konnte ich sehen, wie viel Arbeit tatsächlich hinter der Veranstaltung steckt und wie viel Blut, Schweiß und Liebe und Zeit die dahinterstehenden Köpfe dafür geben. Umso mehr freue ich mich schon auf den Moment, wenn dann am 1. Dezember 2017 in Darmstadt die ersten Historiker*innen eintrudeln, darunter hoffentlich auch viele „Neulinge“, denen es dann hoffentlich genauso ergehen wird wie mir und die sich danach, von der histocamp-Euphorie gepackt, auch bei Open History e.V. und für eine offene und aktive Geschichtswissenschaft engagieren wollen.

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